1998 - Rückblick

Porsche feiert das 50. Unternehmensjubiläum mit einem Doppelsieg des neuen 911 GT1 '98 in Le Mans. Der 16. Gesamtsieg für einen Porsche Sportwagen bei dem Langstreckenklassiker wird gegen vier weitere Top-Werksteams errungen und ist deshalb besonders wertvoll.

Laurent Aiello (Frankreich), Allan McNish (Schottland) und Stéphane Ortelli (Monaco) gewinnen im Porsche mit Startnummer 26 nach einem Dauer-Duell mit einem der starken Toyota GT 1. Uwe Alzen, Jörg Müller und Bob Wollek fahren den GT1 '98 mit Startnummer 25 auf den zweiten Platz. Nachdem die beiden Porsche lange Zeit geführt hatten, muss McNish Sonntag früh zur Reparatur eines gebrochenen Wasserrohrs an die Box. Fast gleichzeitig kommt Jörg Müller zur Reparatur seines Porsche herein, den er bei einem Ausflug in ein Kiesbett beschädigt hat. Beide Porsche verlieren über 30 Minuten. Zwei Stunden vor Schluss führt ein Toyota, den McNish jetzt angreift. 90 Minuten vor dem Ende fällt der japanische Wagen mit einem Getriebeschaden aus.

Ein 911 GT1 Evo des Rohr-Motorsport-Teams mit Uwe Alzen, Allan McNish, Dirk und Jörg Müller sowie Danny Sullivan wird beim 24 Stunden Rennen von Daytona als zweites Auto abgewinkt und gewinnt die GT1-Wertung. Ein Gesamtsieg ist mit reglementsbedingten 50 Kilogramm Zusatzgewicht und einer maximal zulässigen Betankungsmenge von 80 Litern gegen die offenen Sport-Prototypen nicht möglich. Franz Konrad, Peter Kitchak, Toni Seiler, Wido Rössler und Angelo Zadra schaffen mit ihrem 911 GT2 Gesamtrang vier und den Sieg in der Klasse GT2.

In Sebring zeigt das Champion Team mit Thierry Boutsen und Bob Wollek ein kampfstarkes und unverzagtes Rennen. Wegen schlechten Wetters ist mit dem GT1 Evo - wie bei vielen Konkurrenten - keine Trainingszeit zustande gekommen. Boutsen fährt den ersten Sprint vom letzten Startplatz und übergibt als Fünfter an Bob Wollek. Nach sechs Stunden führt der Champion-Porsche, wird dann aber durch eine 5-Minuten-Zeitstrafe wegen einer nicht reglementskonformen Tankanlage, die allerdings schon nach der zweiten Rennstunde durch eine konforme ersetzt worden war, weit zurückgeworfen. Boutsen/Wollek geben nicht auf und kämpfen sich wieder bis auf Rang drei nach vorne. Der Sieger der GT2-Klasse heißt einmal mehr Franz Konrad, der in Sebring das Cockpit seines 911 GT2 mit dem Amerikaner Nick Ham teilt.

Das Porsche-Werksteam schließt seine zweite Saison in der FIA GT-Meisterschaft auf Platz zwei der Teamwertung ab. Bei den Fahrern sind Allan McNish und Yannick Dalmas als Fünfte die besten Porsche-Piloten. Bereits beim ersten Rennen in Oschersleben hatte Jörg Müller mit seiner Trainingsbestzeit das Potenzial des neuen GT1 '98 gezeigt. Im Rennen fielen dann beide Porsche mit gebrochenen Antriebswellen aus. Als beste Resultate des Jahres erzielen Uwe Alzen/Jörg Müller mit dem Chassis 002 zweite Plätze in Silverstone und Homestead sowie Rang drei in Laguna Seca. Yannick Dalmas und Allan McNish werden mit dem Chassis 003 in Dijon als Zweite sowie in Budapest, Suzuka, Donington, Spielberg und Homestead als Dritte abgewinkt.

In den Vereinigten Staaten erweist sich das Champion-Team in der USRRC GT Serie mit seinem GT1 als überlegen und sichert sich vor dem Ende der Saison den Fahrertitel mit Thierry Boutsen sowie die Marken-Meisterschaft. Den Klassensieg in der Professional Sports Car Racing GT-Meisterschaft holt sich Larry Schumacher im 911 GT2.

Ex-Formel 1-Fahrer Jean-Pierre Jarier und Francois Lafon auf einem 911 GT2 des Teams Sonauto-Levallois sind die Meister der FFSA GT-Meisterschaft in Frankreich.

Patrick Huisman holt zum zweiten Mal in Folge den Porsche Pirelli Supercup; in Deutschlands Carrera Cup beginnt Dirk Müller seine Karriere mit dem Gesamtsieg. In Frankreich bestätigt Dominique Dupuy seinen Ruf als exzellenter GT-Fahrer mit dem Gewinn des Carrera Cup, Kategorie A.