1996 - WSC Joest Spyder

Im Februar 1996 einigen sich der Porsche Technik-Vorstand Horst Marchart und Reinhold Joest, dass zwei bei Porsche ursprünglich für den Einsatz in den USA entstandene WSC (World Sports Cars)-Sportprototypen unter der Regie des Joest-Teams in Le Mans starten sollen. Porsche treibt daraufhin in Zusammenarbeit mit Joest die Entwicklung des WSC voran, wobei Joest das Know-how der Stuttgarter als zahlender Kunde nutzt.

Eine Woche vor dem Pre-Qualifying bestätigt der WSC Joest Spyder mit seinen 550 Porsche PS und 890 Kilogramm Gewicht beim entscheidenden Test in Paul Ricard die in ihn gesetzten Erwartungen. Mit Bravour nimmt die Joest-Truppe, von Porsche Mitarbeitern verstärkt, auch die Hürde der Vor-Qualifikation.

Die Chancen für das Rennen stehen gut. Das Reglement gesteht dem Sportwagen, der in der LMP1 Klasse startet, einen 80-Liter-Tank zu, die Reifen dürfen 16 Zoll breit sein. Als Produkt von Gewicht, Motorleistung, Reifenbreite und Tankinhalt ergibt sich auf dem Papier ein kleiner Vorteil gegenüber der Klasse GT1, in der das Porsche Werksteam mit zwei neuen 911 GT1 als Gegner antritt. Als Trumpf wird sich im Rennen der relativ geringe Treibstoff-Verbrauch des Porsche Motors herausstellen, der mit einer Tankfüllung 12 Runden zulässt. Eine weitere Stärke ist das reifenschonende Fahrwerk, das dem Sportwagen nachts bis zu vier Turns auf einem Satz Pneus erlaubt.

In Runde sieben des Rennens übernimmt Davy Jones am Steuer des WSC Joest Spyder mit Startnummer sieben die Spitze, die der Wagen bis auf einen kurzen Moment am Sonntagmorgen nicht wieder abgeben wird. Jones, Manuel Reuter und Alexander Wurz werden am Sonntag, 15.00 Uhr, als Sieger abgewinkt.

Michele Alboreto, Pierluigi Martini und Didier Theys halten den WSC Joest Spyder mit Startnummer acht anfänglich in der Spitzengruppe. Dann setzt Martini den Porsche in ein Kiesbett. Zwar kann er weiterfahren, eine Stunde vor dem Ziel bleibt der Wagen aber mit einer gebrochenen Antriebswelle liegen.

Technische Daten
Modell: Porsche 911 GT1 Coupé
Baujahr: 1996-1998
Motor: 6-Zylinder-Boxermotor, wassergekühlt Vierventiler, je 2 obenliegende Nockenwellen
Hubraum: 3.200 ccm
Leistung: ca. 540 PS (396 kW) bei 7.700 1/min
Drehmoment: 650 Nm bei 5.500 1/min
Gemischaufbereitung: elektronisches Motormanagement, zylinderselektierte Klopfregelung, 2 Abgasturbo
Kraftübertragung: 5 Vorwärts-, 1 Rückwärtsgang, Salisbury- Sperrdifferential, Spritzschmierung, Kühlung über Wärmetauscher in den Wasserkreislauf, Einscheiben-Sintermetall-Rennkupplung, Zusatzschmierung mit Ölpumpe und Öl-Wärmetauscher, Mittelmotoranordnung, Hinterachsantrieb
Bremsanlage: Brembo-Bremse vorn und hinten, 4-Kolben-Festsattel, Bremskraftverstellung vom Cockpit aus
Gewicht: 890 kg
Fahrgestell: Offener zweisitziger Sportprototyp, flacher Unterboden ohne Diffusor nach Reglement, Kraftstofftank 80l Ölkühlung durch Wärmetauscher, Luftwagenheber Fahrwerk mit Doppelquerlenkern vorn und hinten, Pushrod-Federbetätigung vorn und hinten, Drehstabfederung vorn, Schraubenfedern hinten, Penske-Dämpfersystem
Technische Daten
Modell: Porsche 911 GT1 Coupé
Baujahr: 1996-1998
Motor: 6-Zylinder-Boxermotor, wassergekühlt Vierventiler, je 2 obenliegende Nockenwellen
Hubraum: 3.200 ccm
Leistung: ca. 540 PS (396 kW) bei 7.700 1/min
Drehmoment: 650 Nm bei 5.500 1/min
Gemischaufbereitung: elektronisches Motormanagement, zylinderselektierte Klopfregelung, 2 Abgasturbo
Kraftübertragung: 5 Vorwärts-, 1 Rückwärtsgang, Salisbury- Sperrdifferential, Spritzschmierung, Kühlung über Wärmetauscher in den Wasserkreislauf, Einscheiben-Sintermetall-Rennkupplung, Zusatzschmierung mit Ölpumpe und Öl-Wärmetauscher, Mittelmotoranordnung, Hinterachsantrieb
Bremsanlage: Brembo-Bremse vorn und hinten, 4-Kolben-Festsattel, Bremskraftverstellung vom Cockpit aus
Gewicht: 890 kg
Fahrgestell: Offener zweisitziger Sportprototyp, flacher Unterboden ohne Diffusor nach Reglement, Kraftstofftank 80l Ölkühlung durch Wärmetauscher, Luftwagenheber Fahrwerk mit Doppelquerlenkern vorn und hinten, Pushrod-Federbetätigung vorn und hinten, Drehstabfederung vorn, Schraubenfedern hinten, Penske-Dämpfersystem