1996 - Rückblick

Reinhold Joest und sein Team setzen zwei vom Werk geliehene, offene WSC-Sportwagen in Le Mans ein. Der WSC-Joest-Spyder mit Startnummer sieben, angetrieben von einem 3-Liter-6-Zylinder-Boxer mit zwei Turboladern und rund 550 PS Leistung, wird von Davy Jones, Manuel Reuter und Alexander Wurz zum Sieg gefahren. 890 Kilogramm wiegt der Prototyp, der für die Gegner auch durch seinen enorm sparsamen Motor zum unlösbaren Problem wird. Der Le Mans Triumph ist nach 1984 und '85 der dritte Le Mans Gesamtsieg für die Joest-Mannschaft.

1988 war Porsche zuletzt beim Marathon am Start, jetzt ist das Werksteam zurück. Zwei 911 GT1 sind in der Rekordzeit von neun Monaten in Weissach entstanden. Der Philosophie des Hauses folgend lehnen sich die nach dem neuen GT1-Reglement aufgebauten Sportwagen verhältnismäßig eng an die Serie an. Der Vorderwagen entspricht weitgehend dem Straßen 911. Das Gewicht beträgt reglementsbedingt 1.000 Kilogramm. Die rund 600 PS des 3,2-Liter-6-Zylinder-Doppelturbo-Motors, der vor der Hinterachse liegt, gehen über ein vollsynchronisiertes Sechsgang-Getriebe an die Hinterräder.

Bereits im Training demonstrieren die Neuen ihr Tempo. Die Klassen-Bestzeiten liegen drei Sekunden unter den schnellsten Runden des Dauer 962 von 1994. Im Rennen fahren Thierry Boutsen, Hans-Joachim Stuck und Bob Wollek auf den zweiten Platz, der nur durch einen Unfall von Stuck und ein kurzzeitig auftretendes Elektronik-Problem gefährdet war. Platz drei geht an Yannick Dalmas, Scott Goodyear und Karl Wendlinger im zweiten 911 GT1.

Durch den Klassensieg des 911 GT2 von Roock-Racing mit Bruno Eichmann, Ralf Kelleners und Guy Martinolle wird Le Mans 1996 zu einem wahren Porsche Fest.

Beim 24 Stunden Rennen in Daytona ist das Stadler-Motorsport-Team aus der Schweiz in der GTS2-Klasse uneinholbar schnell unterwegs. Lilian Bryner, Enzo Calderari, Ferdinand de Lesseps und Ulrich Richter holen mit ihrem Carrera RSR die Trophäe.

Hans-Joachim Stuck sorgt beim 12 Stunden Rennen von Sebring gemeinsam mit seinem amerikanischen Teamkollegen Bill Adams im 911 GT2 Evo des Champion-Teams für den ersten GTS1 Erfolg beim Florida-Klassiker für Porsche. William Pace, Andy Pilgrim und Larry Schumacher (911 RSR) nehmen für ihren Erfolg in der GTS2-Klasse die Trophäe mit nach Hause.

In der World Challenge des Sports Cars Club of America (SCCA) ist der 911 GT2 Evo das beherrschende Fahrzeug der Kategorie S1, wo Martin Snow den Fahrertitel gewinnt. Dank des Einsatzes der Porsche Kunden gehen die Marken-Meisterschaften in der S1- und in der S2-Klasse an Porsche.

Der Amerikaner Larry Schumacher spielt in der IMSA Supreme GTS-Meisterschaft seine Routine aus, um mit seinem Carrera RSR im letzten Rennen den Titelkampf in der Kategorie GTS2 für sich zu entscheiden.

Die BPR Langstrecken GT-Meisterschaft endet mit dem GT2-Klassensieg für den Schweizer Bruno Eichmann und den Deutschen Ralf Kelleners, die einen 911 des Roock-Teams fahren. Beim Finale der einzigen weltweiten GT-Rennserie in Zhuhai (China) entern Kelleners als Sieger des Carrera Cup Deutschland und Emmanuel Collard als Gewinner des internationalen Porsche Pirelli Supercup einen Werks 911 GT1. Sie nehmen ihre Chance wahr und gewinnen das Rennen souverän.

Als erfolgreichster Privatfahrer des Jahres nimmt der Schweizer Bruno Eichmann den Porsche Cup entgegen.

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