1994 - Rückblick

Ein neues Regelwerk für das 24 Stunden Rennen von Le Mans eröffnet Porsche die Lücke und die Möglichkeit, einen straßentauglichen Gran Turismo auf Basis des 962 für die GT1-Klasse zu homologieren, den Dauer 962 Le Mans. Schmalere Reifen, 1.000 Kilogramm Mindestgewicht und ein flacher Unterboden sind die Handicaps im Vergleich zu den hier noch zugelassenen Gruppe C-Fahrzeugen. Ein größerer Tank und eine höhere Motorleistung aber sind entscheidende Vorteile - genau wie die Zusammenarbeit des Porsche Werksteams mit der Mannschaft von Reinhold Joest. Im Rennen liefern sich Mauro Baldi, Yannick Dalmas und Hurley Haywood einen atemberaubenden Zweikampf mit einem Toyota, der 90 Minuten vor dem Ziel durch einen Getriebedefekt des japanischen Autos entschieden wird - Gesamtsieg Nummer 13 für Porsche.

In der GT2 Kategorie holt das französische Larbre Compétition-Team mit Dominique Dupuy, Jesus Pareja und Carlos Palau den Lorbeer und macht Le Mans 1994 zum vollständigen Porsche Erfolg.

Zum Jahresauftakt hatte Larbre in Daytona bereits den Klassensieg und den zweiten Gesamtrang mit dem Ex-Werks 911 Turbo S - Le Mans GT sowie den Fahrern Bob Wollek, Dominique Dupuy, Jesus Pareja und Jürgen Barth geholt. Auf der Strecke in Florida ging auch die Klasse der "Kleinsten" an Porsche. Es siegte der Carrera RSR mit den Fahrern Karl-Heinz Wlazi, Ulrich Richter, Günther Doebler und Dirk Ebeling. Gesamtrang drei dieses "Serien Porsche" gilt als Sensation.

Sieben Wochen später heißen die Sieger in den Klassen für seriennahe Rennfahrzeuge beim 12 Stunden Rennen von Sebring Franz Konrad, Charles Mendez, Örnulf Wirdheim und Ferdinand de Lesseps auf 911 Turbo. Die Werksabordnung, bestehend aus Walter Röhrl, Hans-Joachim Stuck und Hurley Haywood erlebt mit dem 911 S Turbo GT America 3.6, eingesetzt von Brumos, ein Wochenende, das nach anfänglichen Technik-Problemen noch auf Rang zwei der GT1 Wertung hinter dem Konrad-Turbo endet.

Die Fahrer Price Cobb und Mauro Baldi gewinnen mit Kelly Moss Racing und geringer Werksunterstützung die amerikanische GT Sprintmeisterschaft (SCCA World Challenge) auf einem 911 Turbo 3.6.

In den USA wird erstmals eine GT Langstreckenmeisterschaft ausgetragen, das IMSA GT Endurance-Championship. Es gewinnt das Brumos Team, ebenfalls mit einem 911 Turbo 3.6.

Im neuen ADAC GT Cup Deutschland schließt Ralf Kelleners auf Carrera RSR 3.8 an die großen Leistungen seines Vaters Helmut an und gewinnt den Titel.

Den internationalen Porsche Pirelli Supercup holt sich Tourenwagen-Talent Uwe Alzen. Er sitzt - wie seine Gegner - im neuen 911 Cup 3.8, dessen 3,8 Liter Sechszylinder 310 PS (6.100 U/min) abgibt, das sind 40 PS mehr, als im Vorgänger-Modell zur Verfügung standen. Der neue Cup Porsche wiegt 1.100 Kilogramm, verfügt über ein Sechsgang-Getriebe, zwei Abgas-Katalysatoren und ein rennmäßig abgestimmtes Serien-ABS.

Im deutschen Carrera Cup hat Bernd Mayländer die Nase vorn, während Christophe Bouchut die Schwesterserie in Frankreich gewinnt. Der Carrera Cup Japan geht an Koichi Kashiwabara.

Price Cobb aus den Vereinigten Staaten ist der erfolgreichste aller Porsche Privatfahrer und erhält den Porsche Cup 1994.