1993 - Rückblick

Nach dem Ende der Gruppe C-Ära bringt das Jahr 1993 eine Renaissance des Motorsports mit serienverwandten Gran Turismo-Rennwagen. Porsche übernimmt die Rolle des Vorreiters und baut die Unterstützung von privaten Kundenteams aus. Mit dem 968 Turbo RS, dem 911 Turbo S - Le Mans GT und dem 911 Carrera RSR 3.8 bietet das Werk den Kunden eine große Palette von Gran Turismo-Fahrzeugen für alle erdenklichen Einsatzformen. Bei sämtlichen Langstreckenklassikern erweisen sich die Porsche Kunden - teils mit der Unterstützung des Werks - als unschlagbar.

In der amerikanischen IMSA Supercar Meisterschaft setzt das Brumos Racing-Team (Jacksonville/Florida) mit Unterstützung des Werks zwei praktisch serienmäßige 911 Turbo 3.6 ein. Hans-Joachim Stuck holt mit sechs Siegen in Folge die Markenwertung für Porsche und den Fahrertitel.

Bei den 24 Stunden von Daytona gewinnt die Schweizer Equipe Biennoise mit den Fahrern Enzo Calderari, Sandro Angelastri, Luigino Pagotto und Ronny Meixner klar die neue GT-Invitational-Kategorie.

Ex-Rallye-Weltmeister Walter Röhrl gibt bei einem turbulenten 12-Stunden-Rennen in Sebring, das wegen heftiger Regengüsse nur sechs Stunden im Renntempo erlebt, seinen Einstand als Porsche Werksfahrer. Gemeinsam mit Hans-Joachim Stuck und Hurley Haywood fährt Röhrl den brandneuen, 475 PS starken 911 Turbo S - Le Mans GT in Brumos Farben zum Klassensieg und auf Gesamtrang sieben. Röhrl brilliert als Fahrer.

Mit 27 Sportwagen am Start zum 24 Stunden Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife zeigt Porsche zum 30. Geburtstag des 911 starke Präsenz. Nach 24 Stunden wird der Carrera RSR 3.8 des Teams Konrad-Motorsport mit Franz Konrad, Frank Katthöfer, Oernulf Wirdheim und Antonio de Azevede als Sieger abgewinkt. Erstmals in der Geschichte des Traditionsrennens belegen vier Fahrzeuge einer Marke die ersten vier Plätze.

In Le Mans fahren Jürgen Barth, Dominique Dupuy und Joel Gouhier ihren MMI Carrera RSR 3.8 im Rennen auf Rang zwei der GT-Klasse. Ein Jaguar kreuzt als erster GT die Ziellinie, verliert allerdings den Sieg durch Disqualifikation. Damit gewinnt der MMI Carrera den Klassiker an der Sarthe.

Beim 24 Stunden Rennen im belgischen Spa-Francorchamps machen Porsche Sportwagen den Kampf um den Sieg unter sich aus. Uwe Alzen, Christian Fittipaldi und Jean-Pierre Jarier sehen schließlich als Erste das karierte Tuch bei einem Rennen, das wegen des Todes von König Baudouin bereits nach 15 Stunden, Sonntagmorgen um sieben Uhr, abgewunken wird. Harald Grohs, Yannick Dalmas und Michael Bartels werden Zweite.

Im Cup-Sport sichert sich der Essener Altfrid Heger vor Uwe Alzen und Enzo Calderari den ersten Gesamtsieg im Porsche Pirelli Supercup. Diese Rennserie, für Kundenteams und -fahrer von Porsche im Rahmen der Formel 1 ausgerichtet, wird sich im Lauf des nächsten Jahrzehnts zu einer hochprofessionellen Motorsport-Serie entwickeln.

Wolfgang Land (Siegen) gewinnt den Carrera Cup Deutschland vor Altfrid Heger und Bernd Mayländer, während bei der Schwesterserie in Frankreich Dominique Dupuy seine Gegner Alain Ferté und Fabien Giroix auf die Plätze verweist. Den Carrera Cup Japan sichert sich Koichi Kashiwabara.

Als erfolgreichsten Privatfahrer des Jahres ehrt Porsche den Deutschen Edgar Dören.

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