1991 - Rückblick

Für Le Mans bürdet das FISA-Reglement dem 962C ein Leergewicht von 1.000 Kilogramm auf, fahrfertig wiegen die Rennwagen rund 1.180 Kilogramm. Damit sind sie im Kampf gegen die 750 Kilogramm schweren Fahrzeuge mit Saugmotoren ohne Chance auf den Gesamtsieg. Derek Bell, Frank Jelinski und Hans-Joachim Stuck fahren den Joest 962C (Chassis 012) auf den siebten Gesamtrang. J.-J. Lehto, Manuel Reuter und Harry Toivonen bringen den Kremer 962 CK6 auf Platz neun vor Walter Brun, Oscar Larrauri und Jesus Pareja im Brun 962C. Es siegt ein Mazda 787B mit Wankelmotor - und einem Original 962 Getriebe im Heck.

Das Joest Racing-Team gewinnt mit den Fahrern Hurley Haywood, Frank Jelinski, Henri Pescarolo und -John Winter- die 29. Auflage des 24 Stunden Rennens in Daytona. Es ist der 18. Gesamtsieg für Porsche, den das Privat-Team gegen starke japanische und britische Werkskonkurrenz sowie das Brun und das Dauer Porsche Team herausfährt. Bob Wollek hatte den zweiten Joest Porsche auf den besten Startplatz der GTP-Klasse gefahren. Der Franzose führte gemeinsam mit Paolo Barilla, Bernd Schneider und Sigala, bis bei Halbzeit eine Wasserpumpe den Dienst einstellte.

Bernd Schneider gewinnt in einem 962 C den Interserie Europa Cup.

Footwork Porsche debütiert am 10. März beim Grand Prix der USA in Phoenix in der Formel 1 mit den Fahrern Michele Alboreto und Alex Caffi. Der neue Porsche 12-Zylinder befindet sich im Heck eines Vorjahres-Chassis. Beim dritten Lauf der Saison in Imola sitzt Caffi im neuen FA 12, konstruiert von dem Briten Alan Jenkins, einem der Väter der erfolgreichen McLaren Porsche der Jahre 1984-86.

Triebwerk und Chassis befinden sich wegen der enorm kurzen Vorlaufzeit noch im Entwicklungsstadium. Trotzdem haben sich Porsche und Footwork entschlossen, bereits den Wettbewerb zu suchen. Der Porsche Entwicklungsphilosophie folgend sind zahlreiche Komponenten des Triebwerks zunächst überdimensioniert und in der Materialwahl konservativ. Erst im Lauf der Entwicklung sollen sie in Dimension und Material an die Grenze geführt werden.

Die Test- und Entwicklungsarbeit macht Fortschritte, wobei Rennergebnisse ausbleiben. Neben dem Motor erweist sich auch die Harmonisierung von Motor und Chassis - beispielsweise bei der ausreichend großen Auslegung eines Öltanks - als schwierig. Nach dem sechsten Rennen zieht sich Porsche zunächst zur Weiterentwicklung im Haus zurück. Leistung, Standfestigkeit und Gewicht werden - jetzt ohne die Belastung der F1-Einsätze - zügig verbessert, bereits im August bewältigt der leichtere und stärkere 12-Zylinder mehrere GP-Distanzen auf der Rennstrecke Paul Ricard ohne Problem. Trotzdem entschließen sich Porsche und Footwork vor dem Hintergrund veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen im Herbst zur Auflösung ihres Kooperationsvertrages.

Der Porsche Breitensport blüht unter anderem mit dem Carrera Cup. Zehn Rennen stehen auf dem Kalender, von denen drei im Rahmen der Formel 1 stattfinden. Roland Asch sichert sich mit sechs Siegen bei sieben Starts den Titel. Wolfgang Land bleibt - wie im Vorjahr - der Vizetitel, während Jürgen von Gartzen das Jahr als Dritter abschließt

Beim 24 Stunden Rennen auf der Nürburgring-Norschleife sitzen von Gartzen, Harald Grohs und Olaf Manthey - die Gegner aus dem Carrera Cup - im Cockpit eines Carrera 2 und fahren auf einen sensationellen zweiten Gesamtrang. Grohs wiederholt dieses Kunststück, ebenfalls im Cup Carrera, bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps.

Erfolg für serienmäßige Porsche auch in den USA: Hurley Haywood gewinnt auf einem 911 Turbo die IMSA Supercar Fahrermeisterschaft. Sein Landsmann Joe Varde pilotiert einen 944 S2 zur IMSA Grand Sports Meisterschaft. In Kanada sichert sich Rick Bye, ebenfalls im 944 S2, den Grand-Sports-Fahrertitel.

In Frankreich heißt der Gesamtsieger des Carrera Cup Jean-Pierre Malcher.

Der Kampf um den Porsche Cup findet innerhalb des Joest-Teams statt. Am Ende hat "John Winter", der den Cup bereits 1988 gewonnen hatte, seinen Kollegen Bernd Schneider knapp geschlagen.