1987 - Rückblick

Das 24 Stunden Rennen in Le Mans scheint für das Werksteam zunächst unter einem ungünstigen Stern zu stehen. Der Amerikaner Price Cobb eliminiert einen 962C bereits im Training. Ein weiterer Wagen rollt nach 90 Minuten mit einem Motorschaden aus, den das laut Reglement zu verwendende "handelsübliche Benzin" durch starke Qualitätsschwankungen verursacht hat. Zahlreiche Porsche Kundenteams müssen ihre Rennwagen frühzeitig mit Motorschäden parken. Derek Bell, Al Holbert und Hans-Joachim Stuck bieten im einzigen verbliebenen Werks-Porsche einem starken Jaguar-Team mit drei Werkswagen Paroli und setzen die britischen Gegner unter Druck, nachdem ihre Motor-Elektronik an die schlechte Benzinqualität angepasst ist. Stuck bleibt in der Nacht drei Stunden lang im 962 Cockpit und fährt einen Einrunden-Vorsprung heraus. Durch einen Unfall und einen technischen Defekt ist das Jaguar-Team bei Morgengrauen auf einen Wagen dezimiert, den ein Getriebedefekt zurückwirft. Derek Bell kann seinen fünfen, Al Holbert seinen dritten und Hans-Joachim Stuck seinen zweiten Le Mans-Sieg feiern.

Nach fünf Weltmeisterschaften in sechs Jahren setzt das Werk den 962 in seiner letzten WM-Saison nur noch punktuell ein.

In den USA gewinnt Chip Robinson im 962 die IMSA GTP Fahrermeisterschaft auf einem 962, den Al Holbert einsetzt. Zum dritten Mal in Folge geht der Hersteller-Titel an Porsche. Von 1985 bis 1987 hat Porsche mit Al Holbert, Jim Busby, Preston Henn, Hans-Joachim Stuck, Rob Dyson und Klaus Ludwig 40 Siege in der IMSA herausgefahren.

Ebenfalls einen Hattrick kann Kunimitsu Takahashi feiern. Der 962 Pilot wird nach 1985 und 1986 wieder Sportwagen-Meister seines Heimatlandes Japan. Nova Advan Alpha kann sich mit 962 den Hersteller-Titel sichern. Der Österreicher Walter Lechner gewinnt im 962C den Europacup der FIA Interserie.

Der -Supercup-, eine Sprint-Rennserie für Gruppe-C-Sportwagen, steht ganz im Zeichen des Hans-Joachim Stuck, der mit seinem Werks 962C den Titel souverän gewinnt und zu Porsches Gesamtsieg bei den Teams entscheidend beiträgt.

In der Formel 1 ist der TAG Turbo - made by Porsche mit 900 PS bei einem Ladedruck von 3,5 bar (Renn-Einstellung) für etliche Top-Platzierungen gut. Alain Prost gelingen drei Grand Prix-Siege. Der Franzose und sein Teamkollege, Stefan Johannsson, klettern insgesamt elfmal auf das Podium. Prost schließt die Saison als Vierter, Johansson als Sechster ab. Die schwäbisch-britische Allianz kommt zum Ende - seit 1984 sind bei 52 Formel 1-Starts 22 Siege gelungen.

Am 16. September rollt erstmals der vollständig bei Porsche entstandene Rennwagen für die amerikanische CART-Serie auf die Weissacher Teststrecke. Der Monoposto verfügt über einen bei Porsche konstruierten 90-Grad-V8 mit 2,6 Liter Hubraum, der dank 0,62 bar Ladedruck rund 750 PS abgibt. Als Kraftstoff wird Methanol verwendet. Das Chassis besteht aus einer Aluminium-Kunststoff-Sandwich-Konstruktion. Keine vier Wochen nach dem Rollout ist der Porsche mit Chassisnummer 2708/001 in Laguna Seca am Start zum ersten Testrennen. Al Unser sr. dreht sechs Runden. Ein weiterer Test-Einsatz findet in Miami statt, bei dem Al Holbert im Cockpit sitzt.

Im 944 Turbo Cup kann sich Roland Asch über den Gesamtsieg freuen.

Der 25-jährige Volker Weidler sammelt im Kremer 962C rund um die Welt Erfolge für den Porsche Cup: bei 21 Starts kann der ehemalige deutsche Formel 3-Meister von 16 Rennen Punkte mitnehmen - und ist am Ende des Jahres der erfolgreichste Porsche-Privatfahrer.