1983 - Rückblick

Der 956 entfaltet sein Potenzial. Porsche gewinnt erneut die Langstrecken-Weltmeisterschaft, Jacky Ickx holt seinen zweiten Weltmeister-Titel in Folge. Zwölf 956 werden an private Renn-Kunden ausgeliefert. Bob Wollek kann im Porsche Sportwagen von Joest-Racing nicht nur die Europäische Langstrecken-Meisterschaft für sich entscheiden, sondern ist am Ende des Jahres auch der Gesamtsieger der Deutschen Rennsport Meisterschaft, wofür der Franzose erneut mit dem Porsche Cup als erfolgreichster Privatfahrer belohnt wird. In Japan sichert sich der Australier Vern Schuppan mit einem 956 die Gruppe C-Fahrermeisterschaft, der Markentitel geht an Porsche.

In den Vereinigten Staaten kann Wayne Baker die IMSA GTO Meisterschaft auf einem Porsche 934 holen, während Porsches US-Sportchef Al Holbert mit einem March Porsche, der über 956 Technik verfügt, in der GTP-Kategorie den Titel gewinnt.

Beim 24 Stunden Rennen in Le Mans fahren Hurley Haywood, Al Holbert und Vern Schuppan den Werks 956 mit Startnummer drei zum Sieg vor ihren Teamkollegen Jacky Ickx und Derek Bell. Während der neue Werksfahrer Stefan Bellof und Jochen Mass im dritten Werks 956 mit Motorschaden aufgeben müssen, holen Porsche Kundenteams acht weitere Plätze in den Top Ten, wobei Philippe Alliot, Mario und Michael Andretti mit ihrem Kremer Porsche den dritten Podiumsplatz erreichen. Nur Rang neun geht an einen BMW des Teams von Peter Sauber.

Auf dem Genfer Salon im April wird der Öffentlichkeit ein neuer Formel 1-Motor präsentiert, der TAG Turbo - made by Porsche (intern: TTE PO1 V6). Der von Hans Mezger entwickelte V6 mit einem Zylinderwinkel von 80 Grad ist ungewöhnlich kompakt und leicht. Mit allen Nebenaggregaten beträgt das Gewicht 150 Kilogramm. Bohrung: 82 Millimeter, Hub 47,3 Millimeter, Hubraum 1.499 ccm. Porsche gibt die Leistung des für das McLaren-Team bestimmten Motors zunächst mit ca. 600 PS bei Drehzahlen zwischen 10.000 und 11.500/min an. Erste Tests finden in einem 956 auf der Porsche Versuchsstrecke in Weissach statt, wenig später ist der neue Sechszylinder dort bereits in einem McLaren-Chassis im Einsatz - am Steuer sitzt zunächst Porsche Ingenieur Roland Kußmaul.

Am 28. August fährt McLaren-Pilot Niki Lauda in Zandvoort (NED) den neuen Motor erstmals im Rennen. Bereits beim vierten Einsatz - es ist der Größe Preis von Südafrika in Kyalami - ist Lauda mit seinem MP4 1/E schnell genug, um von Platz zwei aus Jagd auf den führenden Patrese zu machen, bis ihn ein Elektronikfehler stoppt. Der Motor gibt jetzt ca. 700 PS ab. Über den Winter entwickelt Porsche mit Hochdruck weiter.